Page 9 - Saarländisches Ärzteblatt, April 2026
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Akteure. Die Gesell schaft sei leistungsfähiger, als sie sich
selbst oft zutraue – ent scheidend sei ein konstruktiver, A MMER
lösung sorientierter An satz.
Staab stellt anschließend die NATOÜbung SAAREX 26 vor,
die im Rahmen des Großmanövers „Defender/SOAR 26“
statt findet. Dabei wird die strategische Verwundeten trans
portkette geübt – mit realitätsnahen Rollenspielen, über 50
simulierten Verletzten und einem Eisenbahntransport, der
im Saarland ankommt (siehe auch Seite 28). Da Deutschland
Foto: aeksaar keine Lazarettzüge mehr besitzt, müsse mit vorhandenen
Mitteln geübt werden. Die zivilen Organisationen – darunter
Rettungsdienste, Hilfsorganisationen und das Universitäts
klinikum Homburg – übernehmen ab Einfahrt des Zuges die
Die Teilnehmer der Podiumsdiskussion (v.l.): Prof. Harry Derouet,
Christian Seel, Dr. Thomas Jakobs, Uwe Staab, Prof. Tim Pohlemann, komplette Versorgung, Sichtung und Weiterverteilung der
Prof. Klaus Bumm und online Dr. Dennis Ritter. Verwundeten.
Besonders betont Staab die Herausforderungen der Kom
und realistische Auseinandersetzung notwendig sind“, sagt munikation zwischen zivilen und militärischen Stellen, etwa
Prof. Bumm. Zur Verdeutlichung weist er auf das Flugschau durch unterschiedliche ITSysteme, Sicherheitsvorgaben und
unglück in Rammstein 1988 mit 500 Verletzten an einem Lagebilder. Die bisherigen Koordinierungstreffen hätten be
Nachmittag oder den Großbrand in CransMontana an reits wichtige Fragen offengelegt, die im Alltag kaum sichtbar
Silvester mit über 150 Schwerverletzten hin. seien. Die Übung findet am 16. Mai statt und soll auch öffent
Staatssekretär a. D. Christian Seel, Leiter der Stabstelle „Stra lich begleitet werden, um Transparenz zu schaffen und Be
te gische Resilienz und Gesamtverteidigung“ des Saarlandes, wusstsein für die Bedeutung der Vorbereitung zu stärken.
betonte in seinem Vortrag die Notwendigkeit, offen über
Krisen und Verteidigungsszenarien zu sprechen. Vorberei Anzeige
tung sei kein Alarmismus, sondern ein zentraler Bestandteil
wirksamer Abschreckung. Seel sieht seine Stabstelle als
Schnittpunkt zwischen Politik, Verwaltung, Bundeswehr und Jetzt Behandlung
Wirtschaft – insbesondere die Gesundheitswirtschaft müsse
künftig stärker eingebunden werden.
Er erinnert daran, dass innere Sicherheit und Gesundheits starten
wesen in der Verantwortung der Bundesländer liegen und
die kommunale Ebene die unmittelbare Schnittstelle zu den
Bürgerinnen und Bürgern bildet. Im Ernstfall werde sich das
Verhältnis zwischen zivilen Strukturen und Bundeswehr um
kehren: Während die Streitkräfte in Friedenszeiten Amts hilfe
leisten, müssten im Verteidigungsfall zivile Einrichtungen die
Bundeswehr unterstützen. Deutschland sei laut aktuellen
Planungen ein mögliches Aufmarschgebiet im Bündnisfall,
weshalb eine enge Verzahnung aller Akteure unerlässlich sei.
Seel plädiert dafür, alte Denkmuster hinter sich zu lassen und
neue Lösungen zu entwickeln, da frühere militärische Reserve
und Unterstützungsstrukturen nicht mehr existieren.
Oberst Uwe Staab, Kommandeur des Landeskommandos
Saarland, betont in seinem Referat die wachsende sicher
heitspolitische Bedrohungslage. Die Bundeswehr könne Pro
bleme nicht ignorieren, sondern müsse gemeinsam mit zivi er e L : g t n
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Saarländisches Ärzteblatt Ausgabe 4/2026

