Page 17 - Saarländisches Ärzteblatt, Mai 2026
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ÄR Z TLICHE FORTBILDUNG
8. Vita, R., et al., A novel formulation of Lthyroxine (LT4) Korrespondenzadresse: FOR TBILDUNG
reduces the problem of LT4 malabsorption by coffee Prof. Dr. Daniel Grandt
observed with traditional tablet formulations. Endocrine, Koordinator der S2k-Leitlinie
2013. 43(1): p. 154–60. Arzneimitteltherapie
9. Willems, J.I.A., et al., Fasting vs Nonfasting, Doseadjusted bei Multimorbidität
Levothyroxine Ingestion in Hypothyroidism: A Rando mi email@danielgrandt.de
zed Clinical Trial. J Clin Endocrinol Metab, 2026. 111(4): p. Foto: Klinikum Saarbrücken
938–944.
10. Pang, X., et al., Effect of lthyroxine administration before
breakfast vs at bedtime on hypothyroidism: A metaana
lysis. Clin Endocrinol (Oxf), 2020. 92(5): p. 475–481. Prof. Dr. Daniel Grandt
Fortbildungsreihe im Saarländischen Ärzteblatt
Prof. Dr. Daniel Grandt veröffentlicht im Saarländischen Ärzteblatt monatlich einen Artikel zum Thema
„Neue Entwicklungen in der Arzneimitteltherapie mit Relevanz für die medizinische Praxis“.
Fachtagung am 26. Mai 2026 in Kirkel
Sinnvolle Ernährung im Kleinkind- und
Grundschulalter als aktiver Kinderschutz
Nichtübertragbare Erkrankungen wie Übergewicht, Diabetes Gemeinsame Ursachen –
mellitus Typ 2 oder metabolische Störungen stellen auch im unterschiedliche Manifestationen
Saarland eine zentrale gesundheitliche Herausforderung dar.
In der jüngeren Berichterstattung wurde erneut auf das im Karies wird häufig als isoliertes zahnmedizinisches Problem
internationalen Vergleich weiterhin unzureichende Abschnei betrachtet. Übergewicht, Diabetes oder nichtalkoholische
den Deutschlands im Bereich der Prävention hingewiesen. Fettlebererkrankungen werden hingegen der Allgemein medi
Karies kann ein frühes Warnsignal für einen ungünstigen Ess zin oder Pädiatrie zugeordnet. Tatsächlich teilen diese Erkran
und Trinkrhythmus sein – häufig lange bevor andere ernäh kungen zentrale Ursachen. Neben Ernährungszusam menset
rungsbedingte Erkrankungen klinisch sichtbar werden. Wäh zung und Bewegungsmangel spielt insbesondere der Ess
rend metabolische Veränderungen oft erst nach Jahren kli und Trinkrhythmus eine Rolle. Jeder Ess oder süße Trink mo
nisch relevant werden, tritt Karies deutlich früher auf. Sie ist ment führt zu einer erneuten Säurebelastung im Mundraum
sichtbar, niedrigschwellig erfassbar und betrifft bereits Kin der. und einer erneuten metabolischen Aktivierung.
Regionale Daten zeigen Handlungsbedarf Die Wiederholung ist entscheidend. Während metabolische
Veränderungen häufig erst nach Jahren klinisch relevant wer
Der aktuelle Gesundheitsbericht des Regionalverbandes Saar den, tritt Karies deutlich früher auf. Damit kann sie als früher
brücken weist bei Schuleingangsuntersuchungen eine hohe klinischer Hinweis auf dauerhaft ungünstige Ernährungs ge
Prävalenz sichtbarer Karies auf. Rund 57 Prozent der unter wohnheiten verstanden werden.
suchten Kinder zeigten klinisch erkennbare kariöse Verände
rungen – ohne Einsatz von Röntgendiagnostik. Frühkindliche Die tolerable Ernährungsfrequenz
Karies betrifft – je nach Datengrundlage und sozialem Umfeld –
zwischen zehn und 40 Prozent der Kinder im Vorschulalter. Ein in der Bevölkerung kaum bekannter, jedoch präventions
Diese Zahlen betreffen eine Erkrankung, die grundsätzlich relevanter Schwellenwert ist die tolerable Ernährungs fre 17
prä ventiv beeinflussbar ist. quenz. Nicht nur was gegessen wird, sondern wie oft, ist ent
Saarländisches Ärzteblatt Ausgabe 5/2026

