Page 33 - Saarländisches Ärzteblatt, April 2026
P. 33

VER SCHIEDENES / PER SONALIA                                            V ER




      nisation  ESA,  dem  Deutschen  Zent rum  für  Luft­  und  Raum­  lung aus. Für ihre Lehre wurde sie bereits mehrfach prämiert,   SCHIEDENES
      fahrt DLR und der US­Raumfahrtbehörde NASA zusammen.  unter  anderem  mit  dem  zweiten  Platz  des  Preises  für
     Zu dem  werden  ihre  Forschungsvorhaben  von  der  EU,  dem   Hochschullehre  der  Homburger  Fachschaft  Medizin.  An  der

      Europäischen  Fonds  für  regionale  Entwicklung,  der  Deut­  Universität  des  Saarlandes  hält  sie  unter  anderem  eine
      schen  Forschungs gemeinschaft  DFG  und  durch  Bundes mi­  Vorlesung  zur  Weltraummedizin,  die  nicht  nur  Medizin­Stu­
      nis terien gefördert.                                dierenden offensteht.

      Die  Deutsche  Gesellschaft  für  Unfallchirurgie  zeichnete  die
      Professorin  im  Oktober  2025  mit  dem  Innovationspreis  für  Korrespondenzadresse:
      ein  neuartiges  Verfahren  zur  Überwachung  der  Fraktur hei­  Prof. Dr. med. Bergita Ganse
      lung  mit  handelsüblichen  Messgeräten  ohne  Röntgenstrah­  E-Mail: Bergita.Ganse@uks.eu






      Preisverleihung der Ursula und

      Werner Schanné-Stiftung




      PD Dr. Dörthe Keiner behandelt und erforscht in der Neuro­  rapien  für  Patientinnen  und  Patienten  mit  schweren  klini­
      chirurgie  des  Universitätsklinikums  des  Saarlandes  (UKS)   schen Verläufen diskutiert“, erläutert die Neurochirurgin.
      periphere Nerventumoren bei Kindern und Jugendlichen. Ihr
      neues  Projekt  erhielt  eine  Förderung  in  Höhe  von  13.000   Für solche Therapieansätze ist jedoch die Kenntnis über die
      Euro durch die Ursula und Werner Schanné­Stiftung.   spezifischen genetischen Mutationen der Tumorzellen erfor­
                                                           derlich, um eine zielgerichtete Therapie einsetzen zu können.
      Die  zweithäufigste  Krebsart  bei  Kindern  sind  Hirntumoren.  „Einzelne  Studien  der  letzten  Jahre  zeigten  einen  möglichen
     Zu den eher selten vorkommenden kindlichen Tumoren zäh­ Zusammenhang  zwischen  Mutationen  des  sogenannten
      len die peripheren Nerventumoren. Hierbei handelt es sich   ERBB2­Rezeptors,  welcher  Wachstumsfaktoren  bindet  und
      um eine Gruppe von überwiegend gutartigen Tumoren, wel­  die  Zellteilung  anregt,  und  einem  deutlichen  Fortschreiten
      che  ihren  Ursprung  in  Zellen  der  Hüllstrukturen  peripherer  des Wachstums sporadisch auftretender peripherer Nerven­
      Nerven haben. Sie können als Schwellungen oder Knoten im   tumoren“, erläutert die Fachärztin für Neurochirurgie.
      Kopfbereich,  an  der  Wirbelsäule,  aber  auch  an  anderen
      Nervenbahnen  im  Körper  auftreten,  etwa  an  Armen  oder
      Beinen.  Die  Peripheren  Nerventumoren  treten  zu  mehr  als
      90%  sporadisch  auf,  das  heißt  ohne  familiäre  Vorbelastung.
      Sie stehen jedoch im Zusammenhang mit Neurofibromatosen,
      die  durch  genetische  Mutationen  gekennzeichnet  sind.
      Neben dem Auftreten von Nerventumoren kann es auch je
      nach Neurofibromatose­Typ auch zu Haut­, Muskel­ und Kno­
      chenveränderungen kommen.

     „Trotz  des  überwiegend  gutartigen  Charakters  von  periphe­
      ren  Nerventumoren  gibt  es  bei  einigen  Patientinnen  und
      Patienten  schwere  Verläufe  mit  fortschreitendem  und  wie­                                         Foto: Lydia Kaminski / UKS
      derkehrendem Tumorwachstum an den betroffenen Nerven
      und  damit  neurologische  Ausfälle  –  im  Kopfbereich  je  nach
      Lage beispielsweise Hörverluste oder Störungen des Gleich­
      gewichts.  In  anderen  Fällen  können  Patienten  aber  auch   Die Stiftungsgründerin Ursula Schanné (l.) mit der dritten Preisträgerin
      starke Schmerzen im Bereich des betroffenen Areals haben“,   PD Dr. Dörthe Keiner, Klinik für Neurochirurgie des UKS
      sagt  PD  Dr.  Dörthe  Keiner,  Oberärztin  in  der  Klinik  für
      Neurochirurgie des UKS. „In den letzten Jahren wurden gene­  Im  Rahmen  der  histologischen  Standard­Diagnostik  ist  es
      tische  Mutationen  in  den  Tumoren  selbst  entdeckt,  die   aktuell  schwierig  zu  erfassen,  ob  es  möglicherweise  eine
      jedoch  sehr  variabel  sind.  Daher  werden  zunehmend  auch   genetische Ursache für die Entwicklung von Tumoren an wei­  33
      medikamentöse Therapieansätze in Form von Anti körper the­  teren  Stellen  im  Körper  oder  für  das  Wiederkehren  der

                                                                                Saarländisches Ärzteblatt     Ausgabe 4/2026
   28   29   30   31   32   33   34   35   36   37   38