Page 29 - Saarländisches Ärzteblatt, April 2026
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VER SCHIEDENES V ER
somit in diesem Jahr die medizinische Folgeversorgung zahl die beteiligten Blaulichtorganisationen wird es sein, diesen SCHIEDENES
reicher verletzter Personen. SAAREX26 beinhaltet ein prakti komplexen Steuerungsprozess bestmöglich zu bewältigen.
sches Übungs szenario, bei dem die Übungsteilnehmer die Unter anderem geht es darum, die Patienten anhand ihrer
Ver sorgung von vielen Verletzten zu bewältigen haben. Ort Verletzungsmuster zu registrieren, vor Ort zu versorgen und
des Übungsgeschehens wird das Gelände der Firma BahnLog zu entscheiden, in welcher saarländischen Klinik sie am bes
in Kirkel sein. Es bietet ideale Möglichkeiten dafür, dass die ten behandelt werden können.
Bundeswehr dies gemeinsam mit den saarländischen Hilfs
orga nisationen üben kann. Ausgangslage ist es, eine große
Anzahl von Verletzten – allesamt BundeswehrRollendar stel Weitere Informationen:
ler, die mit einem Eisenbahntransport in Kirkel ankommen, Landeskommando Saarland
vom mitfahrenden amerikanischen Sanitätspersonal zu Pressestelle
übernehmen, medizinisch zu versorgen sowie die Weiter Tel.: 06831 / 1271 2605
behandlung zu planen und durchzuführen. Übungsziel für E-Mail: LkdoSLPressestelle@bundeswehr.org
Leserbrief
zum Leserbrief von Prof. Dr. Martin F. Krause, Ausgabe 2/2026
Mit Interesse, aber auch Verwunderung, habe ich den Leser Gerade die seit vier Jahren bestehenden militärischen Aus
brief von Prof. Krause gelesen. Er warnt darin vor einer einandersetzungen in der Ukraine im Rahmen eines völker
Militarisierung des Gesundheitswesens und verortet diese rechtswidrigen russischen Angriffskrieges unterstreichen
Entwicklung bei „willfährigen Landesärztekammern sowie diese Verwundbarkeit. Maßnahmen zur Stärkung der Resi
deren ärztlichen Vertretern“. Seine Einordnung der zivilmili lienz als „Vergehen an der Zivilgesellschaft“ zu deklarieren,
tärischen Zusammenarbeit (ZMZ) als beschönigende Vernied verkehrt aus meiner Sicht die Verantwortlichkeiten. Ein zeit
lichung geht mit der Befürchtung einher, diese Entwicklung nahes, abgestimmtes und kooperatives Vorgehen ziviler und
führe zur Preisgabe der zivilen medizinischen Versorgung. militärischer Strukturen ist zur Optimierung der Gesund
Hier bedarf es meiner Meinung nach noch der Erweiterung heitsversorgung bei Katastrophen sowie zur Förderung der
um den Aspekt der Vorsorge. gesellschaftlichen Resilienz notwendig. Darauf zu verzichten,
könnte im Ernstfall gravierende Versorgungslücken zur Folge
Seine Ausführungen zum Symposium Oranienstein 3.0 er haben.
scheinen mir verkürzt und zu einseitig. Sie erwecken den
Eindruck, die Versorgung von Soldaten solle zulasten beson Den „NichtFriedensfall“ abzuwarten und erst dann mit Pla
ders vulnerabler Gruppen der Zivilbevölkerung, wie chro nungen zu beginnen, wäre ein sicherer Weg in das organisa
nisch kranker Menschen oder akuter Notfälle (wie beispiels torische Chaos sowie in humanitäre Notlagen.
weise Herzinfarkt oder Schlaganfallpatienten), erfolgen.
Ich gehe davon aus, dass unsere Überzeugungen vermutlich
Die pauschale Kritik an der ZMZ verkennt meines Erachtens nicht weit auseinanderliegen. Auch ich verurteile kriegeri
u. a. die Realität der staatlichen Fürsorgepflicht gemäß Art. sche Auseinandersetzungen, da sie letztlich allen Betroffenen
35 GG. Der Fokus hierbei liegt sicher nicht auf der Vorbe Leid, Zerstörung und Tod bringen.
reitung eines Krieges. Ziel ist vielmehr eine resilientere Auf
stellung unseres Gesundheitssystems sowie der Gesellschaft
gegenüber Bedrohungen unterschiedlichster Art. Wie störan Dr. Detlef Nikolaus Hans M.A, Merzig
fällig unsere komplexen Versorgungssysteme sind, zeigen die Facharzt für Anästhesiologie
Erfahrungen der letzten Jahre, die von der COVID19Pande
mie über das AhrtalHochwasser bis hin zu anhaltenden
Lieferkettenunterbrechungen mit entsprechenden Medika
mentenengpässen reichen.
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