Page 31 - Saarländisches Ärzteblatt, April 2026
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VER SCHIEDENES                                   V ER



      Abschiedsvorlesung von Dekan Michael D. Menger                                                                SCHIEDENES




      In einer eindrucksvollen akademischen Feier präsentierte der  habe.  Ferner  sei  der  Campus  durch  moderne  Forschungs­
      langjährige  Dekan  der  Medizinischen  Fakultät  der  Universi ­  gebäude  wie  das  „Center  for  Integrative  Physiology  and
      tät  des  Saarlandes  und  Direktor  des  Instituts  für  Klinisch­  Mole cular Medicine“ und das „Präklinische Zentrum für Mole­
      Expe rimentelle  Chirurgie  Prof.  Dr.  Michael  D.  Menger  seine   kulare  Signalverarbeitung“  sowie  das  neue  Hörsaal­  und
     Ab schieds vorlesung  „Game  over!  –  32  Jahre  Universität  des   Seminargebäude und die laufenden Planungen zum Zentral­

         l
      Saar andes:  Über  Siege,  über  Niederlagen,  …..und  über  das,  klinikum  architektonisch  fortentwickelt  worden.  „Gebäude
      was bleibt.”                                         und  Berufungen  kann  man  zählen.  Was  man  nicht  zählen
                                                           kann, ist der Geist, den jemand in eine Institution gebracht
      Einführend  zog  der  Dekan  der  Medizinischen  Fakultät  Prof.  hat. Professor Menger war immer da. Bei Spendenübergaben,
      Dr. Matthias Hannig folgende Bilanz der 32 Homburger Jahre   bei  Einweihungen,  bei  akademischen  Feiern.  Er  hat  Doktor­
      seines  Amtsvorgängers:  „32  Jahre  gelebte  Leidenschaft  für  hüte aufgesetzt und Abschlussreden gehalten. Er hat Studie­
      die  chirurgische  Forschung  und  Wissenschaft,  32  Jahre  aka­  renden  zugehört  und  Kolleginnen  und  Kollegen  inspiriert  ...
      demische Brillanz, und über 20 Jahre unermüdlicher Einsatz
      für  die  Medizinische  Fakultät  als  Prodekan  und  Langzeit­
      Dekan  gepaart  mit  dem  unnachahmlich  launigen  Menger­
      schen  Humor.  Eine  Abschiedsvorlesung  markiert  das  Ende
      eines offiziellen Kapitels: heute verabschieden wir einen her­
      ausragenden Universitätsprofessor, der als Dekan die Medizi­
      nische  Fakultät  über  18  Jahre  nicht  nur  verwaltet,  geprägt,
      bewahrt, sondern auch maßgeblich mitgestaltet hat. Als her­
      ausragende Forscherpersönlichkeit reiht sich Michael Menger
      unter den weltweit Besten seines Faches ein, er ist auf dem
      Gebiet  der  experimentellen  Chirurgie  ein  Leuchtturm  mit
      nationaler  und  internationaler  Strahlkraft.  In  beeindrucken­
      der Art und Weise hat Prof. Menger als Chirurg, Universitäts­
      professor,  Institutsdirektor,  Prodekan,  Dekan,  Senator,  Vor­
      stands mitglied des Universitätsklinikums, aber auch als visio­                                                 Foto: Schütz © UKS
      närer  Forscher  und  Architekt  unserer  Fakultät,  als  Mentor,
      Kollege, Künstler und Mensch an unserer Fakultät gearbeitet,
      nachhaltig  gewirkt  und  vielfältige  Spuren  hinterlassen.  Ich   Wegweisend und engagiert plante Michael Menger das neue
     zolle Dir Hochachtung und allergrößten Respekt in Anbetracht   Hörsaalgebäude. Nun trägt der Hörsaal seinen Namen.
      der herausragenden, ja spektakulären Leistungen für unsere
      Fakultät  und  das  Universitätsklinikum  in  den  letzten  32   Lieber  Professor  Menger,  Sie  haben  einmal  gesagt:  „Ein
      Jahren  und  in  Anbetracht  Deiner  Treue  zum  Standort  Hom­  Arbeitsplatz an einer Universität ist der schönste Arbeitsplatz
      burg.  Im  Namen  der  Fakultät  und  aller  Weggefährten  und   überhaupt.“  Das  stimmt.  Und  wir  dürfen  hinzufügen:  Es
      Weggefährtinnen sage ich ganz herzlichen Dank für Deinen   hängt  auch  davon  ab,  wer  dort  arbeitet.  Sie  haben  diesen
      unermüdlichen  Einsatz  für  unsere  Medizinische  Fakultät.  Arbeitsplatz  besser  gemacht  –  für  alle,  die  mit  Ihnen  hier
      Dankeschön!“                                         waren. Sie haben exemplarisch gezeigt, dass sich exzellente
                                                           Forschung  und  exzellente  Lehre  auch  mit  einem  außerge­
      Der  Minister  der  Finanzen  und  für  Wissenschaft  Jakob  von   wöhnlichen  Engagement  in  der  universitären  Selbstver wal­
      Weizsäcker würdigte Prof. Menger als renommiertes Mitglied   tung  vereinen  lassen.  Die  Universität  des  Saarlandes  dankt
      der  Leopoldina,  der  Nationalen  Akademie  der  Wissenschaf­  Ihnen von Herzen.“
      ten,  als  „phantastischen  Arzt“  und  „phantastischen  Wissen­  Den  Dank  des  Universitätsklinikums  übermittelte  der  kom­
      schaftler“, der in seiner langen Amtszeit als Dekan als „außer­  missarische  Ärztliche  Direktor  und  Direktor  der  Klinik  für
      ordentlich erfolgreicher Manager“ unter nicht einfachen und   Allgemeine  Pädiatrie  und  Neonatalogie  Prof.  Dr.  Michael
      fordernden Bedingungen agiert, Exzellenzanspruch, Mensch­ Zemlin,  der  sich  an  seine  erste  Begegnung  mit  dem  Dekan
      lichkeit  und  Fröhlichkeit  miteinander  verbunden  habe  und  2016 erinnerte und in verschiedenen Facetten den Menschen,
      dem  Standort  Homburg  treu  geblieben  sei.  Universitäts­  Künstler,  Visionär  und  Motivator  charakterisierte:  „Sie  sind
      präsident Prof. Dr. Ludger Santen erinnerte in seinem Gruß­  und bleiben ein großer Vordenker und ein großes Vorbild für
      wort an das herausragende Engagement Michael Mengers in   uns.“ Für die Fachgesellschaft würdigte der Generalsekretär
      der akademischen Selbstverwaltung und die in seiner Amts­  der  Deutschen  Gesellschaft  für  Chirurgie  Prof.  Dr.  med.
     zeit  durchgeführten  rund  90  Berufungsverfahren,  in  denen  Thomas  Schmitz­Rixen  die  Verdienste  Prof.  Mengers  für  die   31
      er die Fakultät „wissenschaftlich, kulturell, personell“ geformt   wissenschaftliche  Gemeinschaft,  unter  anderem  „als  Vorsit­

                                                                                Saarländisches Ärzteblatt     Ausgabe 4/2026
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