Page 27 - Saarländisches Ärzteblatt, Mai 2026
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AUS DER K A SSENÄR Z TLICHEN VEREINIGUNG                                                    K

                                                                                                                    V SA
      Hygieneberatung der KV Saarland                                                                               AR L

      Hygiene – Wissen auf den Punkt                                                                                AND




     „Ready-to-use“ Desinfektionstücher –                  · Einwirkzeit beachten: Die Fläche muss während der gesam­
      Schutz für Patienten und Praxisteam                   ten vom Hersteller angegebenen Einwirkzeit feucht bleiben.
      Im  Praxisalltag  hat  sich  die  Anwendung  von  „Ready­to­use“  ­  · Verschlusskontrolle: Behälter und Flowpacks müssen nach
      Desinfektionstüchern mittlerweile als erste Methode zur Desin­  jeder Entnahme sofort fest verschlossen werden, um ein Aus­
      fektion  von  Hand­  und  Hautkontaktflächen,  Medizingeräten   trocknen der Tücher und damit einen Wirkungsverlust zu ver­
      und Medizinprodukten am Point­of­Care etabliert.      hindern.
                                                           · Flächengröße: Die Reichweite eines Tuches ist begrenzt; bei
      Bietet „Ready-to-use“ den besten Schutz?              sichtbarer  Verschmutzung  oder  nachlassender  Feuchtigkeit
                                                            muss das Tuch sofort gewechselt werden.
      Nicht  jedes  Desinfektionsmittel  ist  für  jeden  Zweck  geeignet.  · Keimverschleppung: Eine unsachgemäße Anwendung (z. B.
      Produkte  werden  ausschließlich  für  klar  definierte  Anwen­  zu  große  Wischflächen  pro  Tuch)  kann  zur  Keimverschlep­
      dungsbereiche zugelassen.                             pung führen.
      Verlässliche  Orientierung  bieten  fachlich  geprüfte  Desinfekti­ · Vor der Nutzung von Flowpacks: Pressen Sie das geschlos­
      onsmittellisten. Sie stellen sicher, dass ein Produkt den aktuel­  sene Paket mit beiden Handflächen mehrmals kräftig zusam­
      len Stand von Wissenschaft und Technik erfüllt auf Basis von   men  und  lassen  Sie  wieder  los.  Durch  den  flächigen  Druck
      Prüfungen der Wirksamkeit nach europäischen Normen.   wird eine gleichmäßige Durchtränkung der Tücher sicherge­
      Gebrauchsfertige  Desinfektionstücher  sind  heute  der  Gold­  stellt.
      standard, um das Risiko von Kreuzkontaminationen in der Pra­
      xis zu minimieren und sowohl Patienten als auch Personal ef­ Achten Sie auf die hygienisch korrekte
      fektiv zu schützen.                                  Aufbereitung von Tuchspendersystemen

     · Vermeidung  von  Dosierfehlern:  Gebrauchsfertige  Tücher  Die  hygienisch  korrekte  Aufbereitung  von  Tuchspendersyste­
       garantieren eine konstante Wirkstoffkonzentration vom ers­  men  (Tuch­Eimern)  ist  obligat,  da  diese  bei  unsachgemäßer
       ten bis zum letzten Tuch.                           Handhabung eine Quelle für gefährliche Keime (z. B. Pseudo­
     · Mechanische Keimentfernung: Der Schutz entsteht durch   monas aeruginosa oder Achromobacter) sein können.
       die  Kombination  aus  Chemie  (Inaktivierung)  und  Mechanik
       (Abtransport).                                      Entleerung und Vorreinigung
     · Schutz vor Wirkstoff-Adsorption: Zertifizierte Ready­to­use­
       Systeme sind so aufeinander abgestimmt, dass die volle Des­ · Entfernen  Sie  alle  Resttücher  und  schütten  Sie  die  verblie­
       infektionsleistung auf der Fläche ankommt.           bene Desinfektionslösung weg.
                                                           · Spülen Sie den Eimer und den Deckel gründlich mit Wasser
      Die Wirksamkeit ist abhängig von der                  aus, um sichtbare Rückstände zu entfernen.
      Abgabemenge der Desinfektionslösung und der          · führen Sie eine gründliche Wischdesinfektion aller Innen­ und
     Vliesstruktur der Tücher                               Außenflächen sowie des Entnahmeschlitzes durch.
                                                           · Verwenden Sie ein Desinfektionsmittel, das für diesen Zweck
      Während herkömmliche Methoden oft auf manueller Tränkung   vom Hersteller freigegeben ist.
      basieren, bieten gebrauchsfertige Systeme eine standardisier­ · Wichtig: Lassen Sie den Eimer nach der Desinfektion vollstän­
      te  Desinfektionsleistung,  sofern  sie  korrekt  angewendet   dig  an  der  Luft  trocknen.  Feuchtigkeit  begünstigt  das  Keim­
      werden.                                               wachstum
     · die Flüssigkeitsabgabe muss über die gesamte Tuchrolle hin­
       weg  konstant  sein.  Schwankungen  im  Tränkgrad  zwischen   Neubefüllung
       den  ersten und  letzten  Tüchern  einer  Packung  können  die
       Desinfektionssicherheit gefährden.                  · Desinfizieren Sie sich gründlich die Hände, bevor Sie die neue
     · Tücher auf Cellulosebasis oder alkoholfreier QAV­Basis wer­  Tuchrolle einlegen.
       den speziell auf ihre Schonung gegenüber empfindlichen Ma­ · Setzen Sie die Tuchrolle in den trockenen Eimer ein.
       terialien wie Acrylglas (Plexiglas) oder Monitoren untersucht.  · Füllen Sie die frisch angesetzte Desinfektionslösung ein (Her­
                                                            stellervorgaben zur Konzentration beachten).
      Empfehlungen für die Praxis                          · Ziehen Sie das erste Tuch durch den Entnahmeschlitz und
                                                            verschließen Sie den Deckel sofort fest
     · Ein-Tuch-Regel:  Für  jede  Fläche  sollte  ein  neues  Tuch  ver­                                          27
       wendet werden, um Kreuzkontaminationen zu vermeiden.

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