Page 32 - Saarländisches Ärzteblatt, April 2026
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SCHIEDENES  zender der Sektion Chirurgische Forschung und als Mitglied   Forschungsschwerpunkt der Mikrozirkulation unter anderem
                             VER SCHIEDENES







           konventioneller  Vorsitzender  unseres  Forschungsforums“.  Reanimation  ergaben.  1990  erwarb  Prof.  Menger  die  Aner­
     V ER  und  seit  2000  als  gestrenger  und  gerechter,  gleichwohl  un ­  innovative  Erkenntnisse  in  der  Kreislaufregulation  und
           Mengers  Oeuvre  umfasst  über  1000  Publikationen,  und  er  kennung  als  Facharzt  für  Chirurgie,  habilitierte  sich  1992  in
           hat „ganz wesentlich zum akademischen Profil der Chirurgie   München und erhielt 1993 die Venia legendi für chirurgische
           in  Deutschland  und  Europa  beigetragen  und  nebenbei  das   Forschung. In der Nachfolge von Prof. Dr. Gottfried Harbauer
           Institut  für  Chirurgische  Forschung  über  die  Grenzen  des   wurde  er  1994  zum  Professor  für  Experimentelle  Chirurgie
           Saarlandes  zum  strahlenden  Leuchtturm  entwickelt  …  Für  und  Direktor  des  Instituts  für  Klinisch­Experimentelle  Chi­
           ihn waren Klinik und Forschung keine Gegensätze, sondern   rurgie  an  der  Universität  des  Saarlandes  ernannt  und  hielt
           Ausdruck  derselben  Verantwortung  gegenüber  Erkenntnis   Homburg trotz eines ehrenvollen Rufes nach München stets
           und Patient. Als experimenteller Chirurg hast Du Maßstäbe   die  Treue.  In  verschiedenen  Episoden  ließ  er  die  bewegte
           gesetzt  –  durch  methodische  Strenge,  analytische  Klarheit  Geschichte und den 2011 vollendeten Neubau seines Instituts
           und  die  Fähigkeit,  wissenschaftliche  Fragen  mit  klinischer  Revue passieren, das er zu einem breit angelegten, weit ver­
           Relevanz zu verbinden.“                              netzten  Forschungszentrum  für  die  Nachwuchsförderung
           In  seiner  Abschiedsvorlesung  verband  Prof.  Menger  ein­  und  dem  Ziel  einer  erfolgreichen  akademischen  Chirurgie
           drucksvoll  autobiographische  Rückblenden  mit  Reflexionen   ausbaute. Beim Blick auf die akademische Selbstverwaltung
           über  die  Entwicklung  der  Medizin.  Am  5.  Oktober  1956  in   erinnerte Prof. Menger unter anderem an die vier Homburger
           Freiburg  im  Breisgau  geboren,  absolvierte  er  sein  Studium   Sonderforschungsbereiche,  die  positiven  Bewertungen  des
           der Humanmedizin von 1975 bis 1981 an der Albert­Ludwigs­  Wissenschaftsrates und die vielfach erfolgreichen Bleibever­
           Universität Freiburg. Statt – wie ursprünglich überlegt – den   handlungen.  Während  früher  Homburg  ein  Sprungbrett  für
           Weg zur Sportmedizin einzuschlagen, begann er seine beruf­  die weitere wissenschaftliche Laufbahn war, konnten mittler­
           liche  Laufbahn  1982  als  Assistenzarzt  an  der  Chirurgischen   weile rund 80 Prozent der auswärtigen Rufe abgewehrt wer­
           Klinik  des  Städtischen  Klinikums  Offenburg  unter  Prof.  Dr.  den. Sein Rückblick endete mit Worten des Dankes: „Es war
           August  Schmitt­Köppler,  lernte  dort  neue  Operations tech­  mir eine große Freude und Ehre, solange für die Universität,
           niken kennen und wurde 1983 in Freiburg zum Dr. med. pro­  die Fakultät und das Institut gewirkt zu haben.“
           moviert. Die nächsten Stationen seiner Laufbahn waren an   Nach  der  Abschiedsvorlesung  erinnerte  Prof.  Dr.  Matthias
           der  Universität  des  Saarlandes  die  Klinik  für  Thorax­,  Herz­  Laschke,  der  jetzt  das  Institut  für  Klinisch­Experimentelle
           und Gefäßchirurgie unter Direktor Prof. Dr. Kurd Stapenhorst,  Chirurgie leitet, an verschiedene Ereignisse der Mengerschen
           die  Abteilung  für  Allgemeine  Chirurgie,  Abdominal­  und  Ge ­  Amtsjahre und Aktivitäten wie den Fackelzug beim Ruf nach
           fäßchirurgie  unter  Prof.  Dr.  Gernot  Feifel  und  die  Abteilung   München. Drei im Rahmen der „Kunst in der Mensa“ entstan­
           für  Unfallchirurgie  unter  Prof.  Dr.  Ottmar  Trenz  sowie  die   denen Gemälde Prof. Mengers zieren nun das Dekanat. Eine
           Abteilung  für  Experimentelle  Chirurgie  der  Ruprecht­Karls­  Dokumentation  der  Abschiedsvorlesung  in  der  Reihe  der
           Universität Heidelberg unter Direktor Prof. Dr. Dr. h.c. mult.  „Universitätsreden“ ist vorgesehen.
           Konrad Meßmer, dem er dann an das als Kaderschmiede gel­
           tende  Institut  für  Chirurgische  Forschung  der  Ludwig­  Dr. Wolfgang Müller
           Maximilians­Universität  München  folgte,  wo  sich  mit  dem   Universitätsarchiv


           Bergita Ganse ist neue Professorin für

           Experimentelle Muskuloskelettale Medizin



           Bergita  Ganse  ist  seit  1.  März  neue  Uni ver­               An der Universität des Saarlandes koordiniert
           sitätsprofessorin  für  Experimentelle  Musku­                    Bergita Ganse seit 2021 das Projekt „Smarte
           loskelettale  Medizin  in  der  Fach richtung  Chi­               Implantate“,  in  dem  For schungs teams  aus

           rurgie  der  Universität  des  Saarlandes.  Zuvor                 Me dizin, Inge nieur wissenschaft und Infor ma­
           hatte die Medizinerin auf dem Campus Hom­                         tik zusammen an maßgeschneiderten Implan­
           burg  die  zeitlich  befristete  Werner­Siemens­                  taten  arbeiten,  die  im  Körper  die  Fraktur­
           Stiftungsprofessur  für  innovative  Implantat­                   heilung  kontrollieren  und  aktiv  fördern.  Das
           Entwicklung  inne.  Zu  ihren  Spezialgebieten                    Projekt  wurde  von  der  Werner­Siemens­Stif­
           zählen intelligente Implan tate, die Fraktur hei­             Foto: © WSS/Oliver Lang  tung  mit  acht  Millionen  Euro  gefördert  und
           lung  und  Immobili sa tion  verletzter  Körper­                  wird jetzt zum Abschluss nochmals zusätzlich
           tei le  sowie  der  Leistungsabfall  im  Alter  und               mit einer Million Euro unterstützt. Bei weite­
   32      die Raumfahrt­Medizin.                                            ren  Forschungsprojekten  arbeitet  die  Medi­
                                                    Bergita Ganse            zinerin  mit  der  europäischen  Welt raum orga­

           Saarländisches Ärzteblatt     Ausgabe 4/2026
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